07.10.2016 – 30.10.2016
Gemöschte Gefüle

 

Der Hamburger Künstler Nils Emde kuratiert in der Galerie der Schlumper eine Ausstellung mit Zeichnungen von:

 

Benjamin Binder

Peter Boué

Stefanie Bubert

Malte Struck

Thomas Thiede

 

Benjamin Binder

*1989 in Brasov/Rumänien, lebt und arbeitet in Hamburg

Neben seinem Interesse für Diktiergeräte beschäftigt sich Binder mit seiner Zukunft. Ein Aspekt dieser Auseinandersetzung sind zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere die zu seinen Eltern. In skizzenhaften Zeichnungen stellt er diese anhand von Landschaften und kleinen Geschichten dar. 

Menschliches Verhalten, Tatsachen des Lebens und Gefühle werden in sinnbildliches übersetzt, um die Materie greifbarer und verständlicher werden zu lassen.

Steine und Felsen werden zu Tatsachen, ein Fluss zum Lauf des Lebens und Protagonisten der Geschichten manchmal auch zu Bienen. (Die Schlumper)

 

Peter Boué

*1957 in Hamburg, lebt und arbeitet in Hamburg

Der Boden, auf dem die Realität in Boués Bildern steht, ist schwankend. Die Darstellungen fußen auf einem schmal Grat zwischen dem Realen und Surrealen, zwischen dem Bekannten und Bewussten auf der einen und dem Rätselhaften und Unheimlichen auf der anderen Seite. In diesem Grenzbereich zwischen Vertrautem und Unsicherem, zwischen Vordergrund und mitschwingender Kehrseite gerät auch die Form mit großer Eindringlichkeit in den Fokus. Wo die Dinge und Orte nicht sofort und eindeutig entziffert werden können, erhalten die Striche und

Strukturen ein besonderes Gewicht. Sie sind nicht nur Bausteine eines Abbilds. Vielmehr verweisen sie auf sich selbst als Elemente eines Bildes, die noch ganz andere Aufgaben und Eigenschaften haben, die Richtungen und Rhythmen setzen, die in Dichte oder Streuung verschiedene Energiebündel schnüren, die ein bestimmtes Bildklima und wechselnde Flächengewichte markieren. (R. Beßling)

 

Stefanie Bubert

* 1976, in Hamburg, lebt und arbeitet in Hamburg

Seit 1999 ist Stefanie Bubert festes Mitglied der Ateliergemeinschaft „Die Schlumper“, in Hamburg. Hauptsächlich widmet sich Stefanie Bubert der Malerei. Auf ihren meist großformatigen Arbeiten thematisiert sie plakativ, mit kräftigen Pinselstrichen, jeweils ein einziges Motiv. Als abstrahierte Objekte erscheinen Autos, Bälle, Fenster, Kuchen und anderes. Den Titel der Arbeiten integriert Stefanie Bubert in Form von Schrift direkt ins Bild. (Die Schlumper)

 

Malte Struck

* 1981, in Braunschweig, lebt und arbeitet in Hamburg

Vorgefundene und inszenierte Landschafts- und Situationsaufnahmen aus sozialpolitischen, urbanen oder naturhaften Zusammenhängen werden durch den Einsatz von Text- und Soundzitaten aus populären und subkulturellen Kontexten überschrieben und zu neuen ambivalenten dunklen oder verstörenden Situationen geöffnet. Malte Struck bezieht sich in seiner Arbeit auf die Rorschachsche Projektion von Ideen und Gefühlen auf Dinge und Ereignisse. Metaphern und Anekdoten rund um die Instabilität der Gedanken und der projizierten Bedeutungen auf Objekte und Verhaltensweisen des täglichen Lebens. Er erkundet wechselnden Ansätze von Ideen sowie Verhaltensweisen, in dem er sie in Verbindung setzt mit Themen der Kunstgeschichte, Popkultur und Politik. Die Grundlagen seiner Arbeit hat etwas gemeinsam mit Psychodiagnostik, aber nicht in einem diagnostizierendem Sinn. Es ist mehr, dass er seine Projektion auf die Dinge nimmt, um eine neue Situation zu schaffen, welche für die Projektion des Empfängers geöffnet ist. Er möchte eine Reaktionen kanalisieren, aber ohne ein Ende, eine Antwort zu bieten.

Auf der Suche nach einer System-Infragestellender Kunst die nicht in platten Oberflächlichkeiten verharrt, bezieht sich Malte Struck auch auf Fluxus Künstler der 60/70 jahre, ohne diese nur historisch aufzuwärmen. Bereits erarbeitete Formen und Inhalte, Begriffe und Techniken werden stattdessen neu in Verbindungen gebracht und somit immer wieder in Frage  gestellt und überprüft. Wiederkehrende Neuinterpretation als Möglichkeit der Weiterentwicklung einer Idee. Er durchdringt ideologisch geschlossene Systeme, überzeichnet, relativiert, komprimiert und bricht ohne eine bestimmte Haltung völlig preiszugeben. Durch diese strategische Umdeutung scheinbar „besetzter“ Felder stellt Malte Struck Fragen von gesamtgesellschaftlicher Relevanz. (V. Neumann)

 

Thomas Thiede

* 1967, in Plauen, lebt und arbeitet in München und Hamburg

Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Ludwig Maximilian Universität in München. Außerdem studierte er Restaurierung an der Kunsthochschule in Dresden und Malerei an der Kunstakademie in Düsseldorf. Thiedes künstlerische Arbeit ist auf zwei Schwerpunkte fokussiert. Der eine Aspekt ist das Thema Zeichnung und zeichnungsbasierte Installationen. Parallel zum Zeichnungsthema betreibt Thiede das internationale Künstler-Austausch-Projekt Collaboration, was er 2008 initiiert hat. Seitdem hat Collaboration bereits 10 Projekte realisieren können z.B. in Großbritannien, Serbien, Island, der Slowakei, China und Finnland.

 

 

Eröffnung: Donnerstag, 06.10.2016, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 16 –19 Uhr, Sa. 11 – 17 Uhr, So. 14 – 17 Uhr 

 

Zur Eröffnung und an den folgenden Donnerstagen, von 19 bis 21 Uhr, wird der Tättowierer Matteo Massaro von PAIN’T’HOUSE anwesend sein um die Zeichnungen von Thomas Thiede interessierten Gästen zu tätowieren.

 

Galerie der Schlumper

Marktstrasse 131

20357 Hamburg