07.02.2020 – 29.03.2020
HEITER BIS WOLKIG

Das Wetter der Kunst

Dann ist es das Wetter! Manche Menschen sind wetterfühlig, seufzen über Wind und Wolken und freuen sich erst wieder, wenn es heiter wird. Auch wenn die Vorhersage nicht zutrifft, ist das Wetter dennoch allerorts vorhanden. Es ist wechselhaft. Das Wetter ändert sich oder es bleibt wie es ist.
    Als „Entdecker des Wetters“ in der Kunst gilt der Londoner Landschaftsmaler William Turner (1775-1851). Bei ihm wird das Wetter – Gewitterwolken, Stürme oder Nebel – zu einem eigenständigen Thema und Symbol. Die Großwetterlage um 1800 im aufstrebenden Großbritannien war günstig für die Kunst. Um auch bei Dauerregen die Stimmung zu skizzieren, war Turner bei seinen Wanderungen stets mit Regenschirm unterwegs. Eine englische Redewendung besagt bekanntlich, dass es Katzen und Hunde regnet. Seine Zeitgenossen beurteilten Turner als komische, kaum zugängliche Person, aber seine Kunst war populär (siehe Heinz Ohff, Turner, 1987).
    In der Folge haben sich viele Künstlerinnen und Künstler mit dem Phänomen des Wetters auseinandergesetzt und versucht, „unseren klischeehaften Bildern vom Wetter zu entgehen“ (Antje Krause-Wahl, Kuratorin der Ausstellung „Vereinzelt Schauer“ im Frankfurter Kunstverein, 2013).
    Alle reden vom Wetter – die Galerie der Schlumper stellt es aus. Die Schlumper und Gäste zeigen ihre Wetterbilder und -objekte. Die gemalten Wolken von Martin Gertler übernehmen das ganze Bild. Die prächtigen Wolken kann man nicht anfassen? Doch, die gehäkelten Wolken von Michael Gerdsmann schon. Es regnet Bindfäden, die Regentropfen schließen sich zusammen, bei Stefanie Bubert. Die Sonne lacht übers ganze Gesicht, bei Uwe Bender. Kurz: Heiter bis wolkig. Das Wetter der Kunst.
    Allein das schlechte Wetter, nicht das gute, schrieb der österreichische Schriftsteller und Maler Adalbert Stifter (1805-1868), diene der Unterhaltung. (siehe Kursbuch 64, Das Wetter, 1981). Also das Schietwetter, Schmuddelwetter, Gänsewetter, Regenschauer, Sauwetter, Schneetreiben, Wetterleuchten oder das Donnerwetter. Aber es gibt auch Kaiserwetter, Bergwetter, Badewetter und den Sonnenschirm oder das gut Wetter machen. Der Wetterfrosch zeigt die Wetterbesserung an. Die mächtige Wettertanne steht allein und bietet Schutz. Die Wetterfarbe war lange der Witterung ausgesetzt und ist verblichen.
    Das Wetter ist alles andere als harmlos, sagt die Schriftstellerin Katharina Hacker (2019). Der Wetterzauber, beinahe blitzartige Wetteränderungen oder Unwetter wie Wirbelstürme, Hochwasser oder Hagel, werden Dämonen oder Wetterhexen zugeschrieben. Die Sonnenfinsternis beunruhigt. Der Sternenhimmel hingegen offenbart Unendlichkeit. (Christian Mürner)

 

An der Ausstellung sind beteiligt:

Uwe Bender, Stefanie Bubert, Ulla Dietrichsen, Johannes Dechau, Katharina Ellrich, Michael Gerdsmann, Martin Gertler, Jörg Höling, Rohullah Kazimi, Bernhard Krebs, Brigitte Schlemminger, Werner Voigt, Brigitte Wolter, u.a.

 

 

Eröffnung: Donnerstag, 06.02.2020, 19.00 Uhr

 

 

Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 16 –19 Uhr, Sa. 11 – 17 Uhr, So. 14 – 17 Uhr 

 

 

Galerie der Schlumper

Marktstrasse 131

20357 Hamburg