Uwe Bender, 2005 Foto: Gesche-M. Cordes

NACHRUF UWE BENDER

Am 3. Juni 1943 wurde Uwe Bender in Wesermünde geboren.
Uwe Bender war ein Künstlerstar der Postmoderne, ein unermüdlicher Arbeiter, eine schillernde Persönlichkeit, Maler, Zeichner und Rockmusiker. Als künstlerischer Autodidakt war sein Ziel immer, berühmt zu werden, anerkannt, als Künstler und Persönlichkeit. Uwe Bender ging mit der Zeit, aufmerksam verfolgte er Trends, in der Mode, aber auch in der Pop- und Jugendkultur.
Uwe Bender hat sich mit großem Selbstbewusstsein immer als Künstler verstanden und schon in seiner Jugend gezeichnet. Anfang der 80er Jahre gehörte er zu den ersten Künstlern, die sich dem Atelier der Schlumper angeschlossen haben. Seit dieser Zeit sind zahlreiche großformatige, bis zu zwei mal vier Meter messende Malereien in Öl und Acryl auf Leinwand und unzählige Pastell- und Wachskreidezeichnungen entstanden.
Für Rolf Laute war Uwe Bender eine Schlüsselfigur, sein Selbstverständnis als Künstler, seine regelrecht obsessive Produktion von Zeichnungen und die Verweigerung jeglicher fremdbestimmter Arbeitsangebote, waren mit ausschlaggebend für die Gründung eines Ateliers für Künstler mit Behinderung. Und später für die Einrichtung des Arbeitsprojekts „Schlumper von Beruf“, das die Arbeitsbedingungen von Künstlern wie Uwe Bender maßgeblich verbessern sollte.
Uwe Bender ist in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai 2019, nur ein paar Tage vor seinem 76. Geburtstag, nach kurzer Krankheit verstorben.

(A. Pongs-Laute)

 

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet

am 3. September 2019 um 12 Uhr

in der Kirche St. Nicolaus in Alsterdorf statt.

 

 

(c) Gesche-M. Cordes, 2019

Hinweis:


Juli – September 2019

DIE KUNST DER GLEICHBERECHTIGUNG

 

Für drei Monate wirbt ein Wandbild für Gleichberechtigung (UN-Nachhaltigkeitsziel 5) über der Garageneinfahrt Neuer Kamp 32, gegenüber der U-Bahn-Station Feldstraße. Ein Projekt des politischen Bildungswerk der Heinrich Böll Stiftung Hamburg e.V. und globalgoals.hamburg.

Das Wandbild zeigt ein engumschlungenes, der Betrachtung freundlich zugewandtes Paar. Mann und Frau? Oder zwei Frauen, wie man aus dem kleinen Zeichen der gemeinsamen roten Fingernägel schließen könnte? Oder zwei geschminkte Männer? Es lässt sich nicht entscheiden. Der Künstler Bernhard Krebs hält es in der Schwebe. Bernhard Krebs ist Mitglied der Ateliergemeinschaft Die Schlumper gleich nebenan in der alten Rinderschlachthalle. (Christian Mürner)

 

https://globalgoals.hamburg/2019/06/27/gleichberechtigung/

 

 

Misleidys Castillo Pedroso, 2015

Ausstellungshinweis:


21.06.2019 – 20.10.2019

BLOEDTEST

 

Wie wird unsere Gesellschaft aussehen? Wird sie gesünder, perfekter, oder sogar makelloser? Aufgrund des medizinischen Fortschritts erscheint dies nicht mehr utopisch. Immer mehr Krankheiten können behandelt werden, Gene können angepasst werden, alles scheint kontrollierbar. Nun, da wir eine Vorstellung davon haben, wie die Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte, bleibt die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.
Wit.h und Dr. Guislain Museum brachten bildende und darstellende Künstler zusammen, die sich fragen, ob wir wirklich alles wissen wollen, was uns die Wissenschaft sagen kann, denn mit mehr Freiheit kommt mehr Verantwortung. Und wie frei werden wir eigentlich sein, wenn wir diese Entscheidungen treffen?
Blood Test ist nicht nur eine Ausstellung, sondern auch eine Walking Opera, ein Gesamkunstwerk, in dem Musik, bildende Kunst und Theater verschmelzen. Es ist ein Spaziergang neben Briefen, Grabsteinen und durch ein akustisches Labyrinth, wo Sie Halbfiguren, ausgestorbene Tiere und einen ganz außergewöhnlichen Riesen treffen.

Rohullah Kazimi aus dem Atelier der Schlumper ist an dieser Ausstellung beteiligt.

 

Museum Dr. Guislain
Jozef Guislainstraat 43
B-9000 Gent
Belgien

www.museumdrguislain.be

14.06.2019 – 01.09.2019
VISIONÄRE ROHBAUTEN

EINE AUSSTELLUNG IM RAHMEN DES HAMBURGER ARCHITEKTURSOMMERS

 

Die Galerie der Schlumper widmet sich in dieser Ausstellung dem Thema Architektur. Gezeigt werden Arbeiten von Künstlern*innen der Ateliergemeinschaft „Die Schlumper“ und von verschiedenen Gästen.
„Die Schlumper“ sind eine 1980 von dem Hamburger Künstler Rolf Laute gegründete Ateliergemeinschaft, deren Atelier sich seit 1998 in den Räumen der Alten Rinderschlachthalle in Hamburg St. Pauli befindet. Der Name „Die Schlumper“ geht auf die Straße „Beim Schlump“ zurück, in der sich das erste Atelier der Künstler befand.
Die Künstler*innen mit unterschiedlichen Behinderungen und individuellen Positionen haben einen eigenen Stil und eigene Themen. Einige der Künstler*innen befassen sich thematisch mit visionären Rohbauten, mit Häusern, mit U-Bahn-Stationen oder Wohneinrichtungen.
In den letzten Jahren entstanden Malereien, Zeichnungen, Collagen und Objekte, in denen die Visionen der Künstler*innen Gestalt angenommen haben und welche nun in dieser Ausstellung zusammengetragen werden.
Möchte man die Arbeiten der Schlumper einer Kunstgattung zuordnen, könnten sie zur sogenannten „Art Brut“ gezählt werden, zur originären, rohen Kunst. Die künstlerische Einzigartigkeit der Schlumper und ihrer Bilder und Objekte zur Architektur lassen sich als „Anarchitektur“ bezeichnen, als anarchische, ursprüngliche Kunstwerke.

 

An der Ausstellung sind beteiligt:
Daniel Behrendt, Stefanie Bubert, Johannes Dechau, Katharina Ellrich, Michael Gerdsmann, Martin Gertler, Grumbowski, Rudi Helbig, Karl-Ulrich Iden, Rohullah Kazimi, Benjamin Langner, Michael Mehldau, Dominik Nichtern, Hugo Rothenhäusler, Steve Schneider, Marianne Wendland, Klara Zwick, u.a.

 

Eröffnung: Donnerstag, 13.06.2019, 19.00 Uhr

 

Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 16 –19 Uhr, Sa. 11 – 17 Uhr, So. 14 – 17 Uhr 

 

 

Galerie der Schlumper

Marktstrasse 131

20357 Hamburg