13.09.2019 – 17.11.2019
GORE I DOLE

 

In den nächsten Wochen geht es drunter und drüber in der Galerie der Schlumper.

Unter dem Motto „Gore I Dole“ (eine Serbokroatische Redewendung, die im Deutschen „drunter und drüber“ ihre Entsprechung findet) werden Arbeiten von vier KünstlerInnen präsentiert.
Magid Ajjane und Mawuena Ahadzie gehören der Arbeitsgemeinschaft der Schlumper an, als Gäste sind die renommierten Hamburger Künstler Marc Lüders und Dragan Prgomelja an der Ausstellung beteiligt.

Bei den Bildern handelt es sich im engsten und weitesten Sinne um Übermalungen. Die Übermalung, mittlerweile ein eigenes Genre in der Kunst, erscheint hier nicht als Korrektur oder restaurativer Eingriff, auch nicht als destruktiver Akt, sondern zeigt sich als wirkungsvolle Ausdrucksmöglichkeit. Bereits Vorhandenes erhält hierbei einen anderen Charakter, bekommt mitunter eine völlig neue Bedeutung. Buchstäblich werden verschiedene Ebenen deutlich gemacht, das Darunter, das Darüber,das Vorher und das Nachher.

Inhaltlich, stilistisch, von der Technik und vom Material her arbeiten die vier Künstler sehr unterschiedlich. Die Bilder der Ausstellung haben aber alle etwas gemeinsam: Sie machen neugierig auf das Darunter. Das Deckende und das Verdeckte fordern gleichermaßen zum differenzierten Betrachten heraus.

 

Eröffnung: Donnerstag, 12.09.2019, 19.00 Uhr

Mit einer Einführung von Dagmar Detlefsen (Kunsthistorikerin).

 

Öffnungszeiten: Mi. – Fr. 16 –19 Uhr, Sa. 11 – 17 Uhr, So. 14 – 17 Uhr 

 

 

Galerie der Schlumper

Marktstrasse 131

20357 Hamburg

Uwe Bender, 2005 Foto: Gesche-M. Cordes

NACHRUF UWE BENDER

Am 3. Juni 1943 wurde Uwe Bender in Wesermünde geboren.
Uwe Bender war ein Künstlerstar der Postmoderne, ein unermüdlicher Arbeiter, eine schillernde Persönlichkeit, Maler, Zeichner und Rockmusiker. Als künstlerischer Autodidakt war sein Ziel immer, berühmt zu werden, anerkannt, als Künstler und Persönlichkeit. Uwe Bender ging mit der Zeit, aufmerksam verfolgte er Trends, in der Mode, aber auch in der Pop- und Jugendkultur.
Uwe Bender hat sich mit großem Selbstbewusstsein immer als Künstler verstanden und schon in seiner Jugend gezeichnet. Anfang der 80er Jahre gehörte er zu den ersten Künstlern, die sich dem Atelier der Schlumper angeschlossen haben. Seit dieser Zeit sind zahlreiche großformatige, bis zu zwei mal vier Meter messende Malereien in Öl und Acryl auf Leinwand und unzählige Pastell- und Wachskreidezeichnungen entstanden.
Für Rolf Laute war Uwe Bender eine Schlüsselfigur, sein Selbstverständnis als Künstler, seine regelrecht obsessive Produktion von Zeichnungen und die Verweigerung jeglicher fremdbestimmter Arbeitsangebote, waren mit ausschlaggebend für die Gründung eines Ateliers für Künstler mit Behinderung. Und später für die Einrichtung des Arbeitsprojekts „Schlumper von Beruf“, das die Arbeitsbedingungen von Künstlern wie Uwe Bender maßgeblich verbessern sollte.
Uwe Bender ist in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai 2019, nur ein paar Tage vor seinem 76. Geburtstag, nach kurzer Krankheit verstorben.

(A. Pongs-Laute)

 

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet

am 3. September 2019 um 12 Uhr

in der Kirche St. Nicolaus in Alsterdorf statt.

 

 

(c) Gesche-M. Cordes, 2019

Hinweis:


Juli – September 2019

DIE KUNST DER GLEICHBERECHTIGUNG

 

Für drei Monate wirbt ein Wandbild für Gleichberechtigung (UN-Nachhaltigkeitsziel 5) über der Garageneinfahrt Neuer Kamp 32, gegenüber der U-Bahn-Station Feldstraße. Ein Projekt des politischen Bildungswerk der Heinrich Böll Stiftung Hamburg e.V. und globalgoals.hamburg.

Das Wandbild zeigt ein engumschlungenes, der Betrachtung freundlich zugewandtes Paar. Mann und Frau? Oder zwei Frauen, wie man aus dem kleinen Zeichen der gemeinsamen roten Fingernägel schließen könnte? Oder zwei geschminkte Männer? Es lässt sich nicht entscheiden. Der Künstler Bernhard Krebs hält es in der Schwebe. Bernhard Krebs ist Mitglied der Ateliergemeinschaft Die Schlumper gleich nebenan in der alten Rinderschlachthalle. (Christian Mürner)

 

https://globalgoals.hamburg/2019/06/27/gleichberechtigung/

 

 

Misleidys Castillo Pedroso, 2015

Ausstellungshinweis:


21.06.2019 – 20.10.2019

BLOEDTEST

 

Wie wird unsere Gesellschaft aussehen? Wird sie gesünder, perfekter, oder sogar makelloser? Aufgrund des medizinischen Fortschritts erscheint dies nicht mehr utopisch. Immer mehr Krankheiten können behandelt werden, Gene können angepasst werden, alles scheint kontrollierbar. Nun, da wir eine Vorstellung davon haben, wie die Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte, bleibt die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.
Wit.h und Dr. Guislain Museum brachten bildende und darstellende Künstler zusammen, die sich fragen, ob wir wirklich alles wissen wollen, was uns die Wissenschaft sagen kann, denn mit mehr Freiheit kommt mehr Verantwortung. Und wie frei werden wir eigentlich sein, wenn wir diese Entscheidungen treffen?
Blood Test ist nicht nur eine Ausstellung, sondern auch eine Walking Opera, ein Gesamkunstwerk, in dem Musik, bildende Kunst und Theater verschmelzen. Es ist ein Spaziergang neben Briefen, Grabsteinen und durch ein akustisches Labyrinth, wo Sie Halbfiguren, ausgestorbene Tiere und einen ganz außergewöhnlichen Riesen treffen.

Rohullah Kazimi aus dem Atelier der Schlumper ist an dieser Ausstellung beteiligt.

 

Museum Dr. Guislain
Jozef Guislainstraat 43
B-9000 Gent
Belgien

www.museumdrguislain.be